Los geht's!

WollperDinger Wollwindeln und Co.

In den kleinsten Dingen zeigt die Natur ihre allergrößten Wunder
-Carl von Linné-

Hier erfährst du Schritt für Schritt wie's geht! 

Was benötige ich?

Bei einem Waschzyklus von 2 bis 3 Tagen benötigst du zum Wickeln mit Wollwindeln:

  • 4-7 WollperDinger je Größe (ab Geburt unsere WollperFrischlinge, ab ca. 6kg unsere ausgewachsenen WollperDinger)... Wenn du erfolgreich abhältst benötigst du sogar je Größe nur 3 bis 4 Stück!
  • 20 bis 30 Einlagen oder Höschen (zum Wickeln deines Neugeborenen empfehlen wir aufgrund des höheren Wickelintervalls mindestens 30 Einlagen) 
  • Lanolin zum Fetten der Windeln
  • 1 bis 2 Aufbewahrungsmöglichkeiten für die benutzten Einlagen (Wetbags oder Wäschenetze)
  • Wollwaschmittel für die WollperDinger und normales Vollwaschmittel für die Einlagen, am liebsten ökologisch


Montageanleitung:


Eine vollständige Windel erhältst Du durch die Kombination einer Wollüberhose (WollperFrischling für Neugeborene, WollperDinger für Kinder ab 6kg) mit Saugmaterial. Welches Saugmaterial für Dich und Dein Baby am Besten geeignet ist erfährst Du unten.

Also: Hintern hoch, Wollwindel mit Einlage unter's Kind sortieren, alles gut verschließen, fertig!

WollperWaschen...

Unsere WollperDinger sind anspruchslose Wesen, daher ist die Wäsche auch ganz einfach:
Im Wollwaschgang bei max. 40 Grad oder per Hand mit Wollwaschmittel, bei niedrigen Umdrehungen (max. 800U/min) schleudern und ab auf die Leine!
Sonne und Hitze (z.B direkte Heizungsluft) mögen sie dabei allerdings nicht so gern!

Wann wasche ich?
Da Wolle selbstreinigend und geruchsneutralisierend ist, musst du die WollperDinger je nach Benutzungsintensität nur ca. alle 3 bis 4 Wochen oder bei unangenehmem Geruch waschen, außer...

...Uuups...
Falls trotz Einlage doch mal etwas vom großen Geschäft daneben geht, einfach unter lauwarmem Wasser ausspülen, ggf. mit einer kleinen Bürste (z.B. einer Zahnbürste) ausbürsten und mit Wollwaschmittel ausspülen.
Danach die behandelten stellen mit etwas Lanolinbad einsprühen... Fertig!
Oder du nutzt zum Auswaschen einfach unsere Lanolinseife, dann sparst du dir das Nachfetten.

und das Saugmaterial?
Hier musst Du an sich wenig beachten. Einlagen werden bei mindestens 60°C und mit Vollwaschmittel (gerne Ökologisch, ohne optische Aufheller), am besten mit Vorwäsche und/oder Wasser-Plus-Programm mit ausreichend Platz (eine Faust breit Platz sollte mindestens noch oben in der gefüllte Trommel sein).
Manche schwören auf teures, enzymfreies Windelwaschmittel, eine rapide Zerstörung der Baumwollfasern durch die Enzyme konnten wir jedoch nicht feststellen.

WollperFetten

Nach dem Waschen wird gefettet, damit alles dicht hält! Und so geht's:

  1. Pro Windel ca. 1/2 Teelöffel Lanolin wie Butter in einem kleinen Gefäß schmelzen, 2 bis 3 Tropfen Emulgator (Spülmittel, Babyshampoo, Coco glucosid, o.ä.) hinzugeben und nach und nach mit ca. 200ml    warmem Wasser kräftig aufrühren, bis eine milchige  Lösung entsteht.
  2. WollperDinger über ein Gefäß hängen und mit der    Lanolinemulsion die wollige Seite in der Hauptnässezone übergießen.
  3. Windel ins Gefäß gleiten lassen und mit einem halben bis 1 Liter Wasser auffüllen, bis die Windel komplett bedeckt ist, gegebenenfalls mit einem Teller beschweren.
  4. Mindestens 4 Stunden, am besten aber über Nacht in  der Emulsion baden lassen.
  5. WollperDinger herausfischen, sanft auswringen oder bei maximal 800 Umdrehungen in der Maschine schleudern, liegend trocknen, FERTIG!


Übrigens....

Die restliche Lösung müsst ihr nicht wegwerfen, heiß in eine Sprühflasche abgefüllt ergibt sie eine perfekte Sprühkur um die Wolle bei Bedarf einfach zwischendurch nachzufetten!

Aufbewahrung

WollperDinger einfach nach dem Wickeln zum Auslüften aufhängen oder an der Luft lagern, bis sie trocken und geruchsneuy1tral sind, dann sind sie bereit für die nächste Wickelrunde!

Benutzte Windeleinlagen werden wie folgt gelagert: 

  • gut durchlüftet im offenen Eimer mit Wäschenetz oder im Wetbag
  • trocken
  • nicht zu warm
  • nicht zusammen mit feuchten Waschlappen

 
Das war's! und wieso?
Lagert man die mit Urin vollgesaugten Einlagen im geschlossenen Eimer, bildet sich Kondenswasser, wodurch sich Urin schneller zu Ammoniak zersetzt. Dieser ist verantwortlich für einen sehr stark beissenden Geruch. Kommt nun auch noch wohlige Wärme hinzu feiern zusätzlich Bakterien in deinen Windeln eine Party.
Was Du daher auf keinen Fall tun solltest, ist die Saugeinlagen nach Benutzung in Wasser einlegen oder ausspülen und nass lagern. 
Stuhl kannst Du grob über der Toilette ausschütteln, Reste mit einer Bürste oder etwas Klopapier entfernen, Muttermilchstuhl löst sich im Vorwaschprogramm deiner Waschmaschine. Sollte dennoch ein Ausspülen nötig sein kannst Du die Windel danach einfach einzeln komplett durch trocknen lassen und dann bei den anderen lagern.
Oder Du spülst alles erst kurz vor dem Waschen aus.

Ein Einweichen im Wassereimer lässt zudem die Fasern Deines Saugmaterials aufquellen und macht sie brüchig, es verkürzt also die Lebensdauer der Einlagen.

Wollwetbags sind nach unseren Erfahrungen leider nicht für die Lagerung über mehrere Tage geeignet.

Und unterwegs?

Stoffwindeleinsteiger greifen unterwegs aus Unsicherheit oder Praktikabilität oft auf Wegwerfwindeln zurück. Prinzipiell nichts Schlimmes, denn lieber wickelst Du Teilzeit-Stoffwindeln als gar nicht! Hier wollen wir Dir trotzdem ein paar Tipps geben, wie der Tagesausflug mit Stoffwindel - und ganz im Speziellen mit Wollwindeln - reibungslos funktioniert.

Das Einpacken:

Natürlich brauchen Stoffies einfach etwas mehr Platz, aber mit System passt alles Nötige inklusive Wechselklamotte, Snack und Pipapo  in eine handelsübliche Wickeltasche.
Unser System ist erprobter Weise folgendes:
Ich habe eine gefüllte Wickeltasche in der sich bereits Wechselklamotten, meine Stoffwindeltasche und 2 Wetbags befinden. Je nach Bedarf muss ich nur noch Essen und Trinken reinwerfen und los geht's!
Die Windeltasche ist gefüllt mit:

  • 1 Wickelunterlage
  • Salbe für den Notfall und etwas Heilwolle
  • Notfall-Kuscheltierchen oder Spielzeug
  • 1 WollperDinger Wollüberhose bereits fertig hergerichtet mit Einlagen zum schnellen "Windeltausch" unterwegs
  • Je nach Länge des Ausfluges 1 bis 2 Sätze weitere Einlagen
  • Trockene Baumwollwaschlappen/Tücher
  • 1 kleines Fläschchen mit Wasser-Öl-Mix zur Reinigung 

Dieses System und vor allem die letzten 2 Punkte haben folgende Vorteile:

  1. In der Regel benötigst du auch bei Tagesausflügen nur 2 Wollüberhosen, die im Wechsel benutzt werden können (eine ist in der Tasche, eine bei Abreise am Kind), abends dann einfach gut auslüften! Falls Du dir aber noch unsicher bist, wie lange die Windel dicht hält, Du öfter noch "Unfälle" an der Außenwindel hast, oder die Windel durch das Toben im Nassen feucht werden könnte, pack einfach fürs gute Gefühl eine weitere Wollüberhose mit ein.
  2. Du möchtest auf handelsübliche Feuchttücher verzichten, hast aber keine Lust auf ein lästiges Vorbereiten von selbstgemachten feuchten Waschlappen, die alle 3 Tage neu gemacht werden müssen, oder bei denen man eine böse Überraschung vorfindet, wenn man sie mal in der Windeltasche vergisst? So machen wir es: Die Waschlappen werden trocken eingepackt, dazu packen wir separat ein kleines Fläschchen (20-100ml) aus Glas oder Silikon, am besten einen Flacon mit Sprühkopf, der wie folgt befüllt wird: abgekochtes Wasser noch heiß einfüllen und einen Schuss Bio-Mandelöl dazu, direkt verschließen, fertig. Diese Lösung kannst Du bei Bedarf super auf die Waschlappen aufsprühen und sie hält deutlich länger frisch als die fertig vorbereiteten Feuchttücher. 
  3. Wenn Du immer ein bis zwei Sätze Einlagen in deiner Windeltasche hast, brauchst Du vor dem Wegfahren wirklich nur noch die zweite Windel rein packen. Oder du hast genug und auch davon immer eine drin.
  4. Zwei Wetbags haben sich als praktisch heraus gestellt, eine für die Wollüberhose, die andere für Waschlappen und Einlagen, so kommt kein Urin o.ä. an den Baumwollstoff der Außenwindel und du kannst sie im Wechsel benutzen. Falls nasse Klamotten anfallen, kannst du diese ohne Hemmung zu den Einlagen dazu tun, wenn danach alles gewaschen wird.


Falls du Windelvlies benutzt, kommt dies natürlich auch noch mit in die Tasche. Windelvlies kann übrigens mehrmals mitgewaschen und wiederverwendet werden! (Mit diesem Hintergrundwissen ist vielleicht jedem klar, wieso Windelvlies NICHT in die Toilette sollte...)

PS: die meisten benutzen für selbstgemachte Feuchttücher Kokosöl, bei unserer Variante geht das nicht, da dieses nach dem Abkühlen wieder fest wird und sich nicht aufsprühen lässt.

Die Variante mit der Sprühflasche wird bei uns mittlerweile sogar Zuhause am Wickeltisch genutzt, da man sich in dem geschlossenen Flacon (Zuhause haben wir eine 500ml Glasflasche) keine Gedanken um Keimbildung machen muss, in einer offenen Waschschüssel kommen durch das Eintauchen und Auswringen doch schneller Bakterien rein (bei regelmäßigem Wechsel natürlich kein Problem). Bei 500ml füllen wir ca. alle 3 Tage nach, natürlich kann man auch eine größere Flasche benutzen.

 

Welche Einlage passt zu uns?


Übersicht über die verschiedenen Materialien:

  • Hanf: das Saugwunder unter den Naturmaterialien, saugt bis zu 7 mal so viel wie Baumwolle und gibt auch auf Druck kaum Flüssigkeit ab, wie alle Naturmaterialien sehr hautfreundlich. Ideal für Vielpiesler, Tragekinder, kleine Windelpakete und Nachtwindeln. 

Hanf ist wohl einer der umweltfreundlichsten Rohstoffe für Windeleinlagen, auch bei konventionellem Anbau ist bei Hanfpflanzen aufgrund ihrer Robustheit kein Herbizid- und Fungizideinsatz nötig, er wächst nahezu überall, wodurch sich Transportwege verkürzen, benötigt kaum Wasser. Zudem sind Hanfprodukte sehr langlebig und gut recyclebar.
Da Hanf als Faser sehr "störrisch" und weniger weich ist, findest Du bei uns Einlagen aus Hanf-Baumwollgemisch.

  • Baumwolle: pflegeleicht  (waschbar bei 90° und trocknergeeignet) und sehr hautverträglich, der Schnellsauger, das Multitalent: ideal für Schwallpiesler, als Frottee für Neugeborene als Muttermilchstuhlbremse, sowie generell als oberste oder Einzeleinlage bestens geeignet. Bei Vielpieslern perfekt in Kombination mit Hanf als Booster

Baumwolle als hochfloriger Frottee saugt nicht nur schnell, sondern auch viel! Gibt auf Druck etwas schneller Flüssigkeit ab als Hanf.
Leider ist Baumwolle oft schadstoffbelastet und sollte deshalb ausschließlich in Bio-Qualität an Babys Haut gelassen werden. Leider wird aber auch im ökologischen Anbau sehr viel Wasser benötigt.


  • Bambus (Viskose): bleibt auch nach einigen Wäschen ohne Trockner schön weich, die Eigenschaften sind ansonsten ähnlich wie die der Baumwolle.

Leider wird der Bambus bei der Verarbeitung soweit verändert, dass er nicht mehr zu den Naturmaterialien zählt ("Chemiefaser natürlichen Ursprungs") und die Herstellung ist ökologisch nicht sinnvoll, weshalb Du Einlagen aus Viskose bei uns auch nicht finden kannst. Auch die biologische Abbaubarkeit ist umstritten, zudem sind sie beim Waschvorgang empfindlicher.

  • Mikrofaser, Zorb (Polyester, Polyamid): saugt schnell und viel, aber gibt auf Druck sehr schnell wieder Flüssigkeit ab, daher als Einzeleinlage selten geeignet. Zudem ist es nicht besonders hautfreundlich, durch seine extreme Flüssigkeitsaufnahme entzieht es der Babyhaut wertvolle Feuchtigkeit! Bei vielen Pocketwindeln oder auch anderen Systemen wird leider oft Polyester oder Polyamid als Dryliner genutzt/empfohlen, da das Material sich auch nass anfühlt, als wäre es trocken.

Kunstfaser kann der wertvollen Babyhaut schaden, ist nicht als Einzeleinlage geeignet und schadet der Umwelt durch chemische Belastung bei der Produktion, Mikroplastik und sehr schlechter Abbaubarkeit, daher haben wir uns bewusst dagegen entschieden!

  • Seide: kühlend und entzündungshemmend, der beste Liner bei empfindlicher Haut, Allergikern, Neurodermitis, etc.

Seide ist kein Saugmaterial, sondern eine funktionale Einlage zur Vorbeugung/Linderung wunder Haut, muss jedoch leider sehr schonend gewaschen werden. 


  • Wolle: die gefühlt 1000 Vorteile von Wolle kannst Du hier mehrfach nachlese, ich fasse mich also kurz:

Wolle an sich dient nicht als Saugmaterial sondern wie auch Seide als Liner für alle Eltern, die möchten, dass ihr Kind trotz voller Windel so lange wie möglich ein trockenes Gefühl hat, da Wolle sich selbst bei größerer Flüssigkeitsaufnahme trocken anfühlt und die meiste Flüssigkeit direkt an die untere Einlage weitergibt. Zudem ist sie geruchs- und entzündungshemmend, allerdings natürlich pflegeintensiver als die restlichen Fasern.